Aus der Sonntagspredigt
Es gibt Fragen, die wir uns viel zu selten stellen. Eine davon stand im Zentrum der Predigt von Janaina Bench: Warum bist du geboren?
Geboren werden, arbeiten, essen, feiern, Zähne putzen und irgendwann sterben. Wenn das alles wäre, was für ein trauriger Kreislauf wäre das Leben. Aber die Bibel gibt eine andere Antwort: Gott hat jedem Menschen eine Aufgabe gegeben. Niemand ist ein Zufall. Niemand ist ohne Bedeutung.
In Epheser 2,10 heißt es: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“
Das ist eine doppelte Wahrheit: Du bist durch ein gutes Werk gemacht und du bist gemacht, um gute Werke zu tun. Nicht, um gerettet zu werden, sondern weil wir gerettet sind. Gute Werke sind keine Eintrittskarte in den Himmel. Sie sind die Frucht eines Lebens, das Gott gehört.
Genau deshalb gehen wir in den Bahnhof. Genau deshalb dienen wir. Nicht um etwas zu verdienen, sondern weil es unserem Schöpfer entspricht.
Gott kannte dich, bevor du geboren wurdest. Zum Propheten Jeremia sagt er: „Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt.“ (Jeremia 1,5)
Janaina teilte dazu ihr persönliches Zeugnis: Fünf Jahre lang konnte sie keine Kinder bekommen. Fünf Jahre Gebet, nicht fünf Tage und nicht fünf Monate. Und als das Wunder geschah, sprach Gott schon in der Schwangerschaft eine Bestimmung über das Kind aus: „In dir wächst eine Anbeterin.“ Heute sehen wir, wie sich dieses Wort erfüllt.
Bevor wir einen Namen hatten, hatte Gott bereits einen Plan. Die Frage ist nicht, ob Gott einen Plan für dich hat. Die Frage ist, ob du ihn suchst. Schließ die Augen und frage: Herr, wer bin ich in dir? Wofür hast du mich geschaffen?
Die größte Tragödie im Leben ist nicht der Tod. Die größte Tragödie ist, ohne die Bestimmung Gottes gelebt zu haben.
Wenn wir an Erfolg denken, denken wir oft an Besitz, Titel oder Anerkennung. Gott rechnet anders.
Jesus selbst sagte Ja. Vor dem Kreuz betete er, und es war nicht leicht. Die Bibel verspricht nirgendwo, dass es einfach wird. Aber am Ende konnte Jesus sagen: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast.“ (Johannes 17,4)
Der wahre Erfolg eines Menschen besteht darin, das Werk zu vollenden, das Gott ihm gegeben hat.
Paulus beschreibt die Gemeinde als einen Körper: „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder ist ein Glied daran.“ (1. Korinther 12,27)
Jeder noch so kleine Teil des Körpers hat eine Funktion. Wo ein Glied nicht funktioniert, leidet der ganze Leib. Nicht jeder ist Pastor, nicht jeder ist Prediger. Aber jeder hat eine Gabe. Vielleicht in der Küche, mit Kindern, in der Technik, im Lobpreis, im Gebet oder im Einladen.
Eines Tages werden wir gefragt werden, was wir mit unseren Gaben getan haben. Nicht als Drohung, sondern als Einladung, heute zu beginnen. Paulus konnte am Ende seines Lebens sagen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.“ (2. Timotheus 4,7)
Wenn Gott einen Menschen beruft und dieser Mensch gehorsam ist, werden viele andere gesegnet. Abraham wurde berufen, und Nationen wurden gesegnet. Josef wurde berufen, und ein ganzes Volk wurde gerettet. Paulus wurde berufen, und das Evangelium erreichte die Welt.
Gott gebraucht Menschen, um Menschen zu erreichen. Oder wie es in der Predigt hieß: Gesunde Schafe bringen Schafe. Wann hast du zuletzt jemanden mitgebracht? Durch dich können viele gesegnet werden.
Du bist kein Zufall. Du bist berufen, geplant und mit einer Bestimmung gesandt. Vergiss das nicht.
Wir feiern sonntags Gottesdienst im Gebetshaus Frankfurt, Borsigallee 35, 60388 Frankfurt am Main. Du bist willkommen.