Aus der Sonntagspredigt
Der Durchbruch kommt
Seit Monaten warten wir, dass Gott alles neu macht – und fragen uns: Wo bleibt der Durchbruch? Die Antwort dieser Predigt ist einfach und herausfordernd zugleich: Der Durchbruch kommt – aber durch einen Prozess, nicht an ihm vorbei.
Gott begleitet dich – er nimmt dir den Weg nicht ab
Ein Vater erzählte einmal, wie er jedem seiner beiden Kinder eine fertige Wohnung gekauft hatte. Die Absicht war gut – er wollte für seine Kinder sorgen. Doch im Rückblick musste er feststellen: Er hatte ihnen damit die Motivation genommen, selbst zu wachsen. Genau hier liegt ein tiefer Unterschied zwischen menschlicher und göttlicher Fürsorge. Gott serviert uns nicht das fertige Ergebnis. Er begleitet uns auf dem Weg dorthin – bei jedem Schritt, in jedem Moment. Nicht, weil er es sich leicht machen will, sondern weil der Weg selbst uns zu dem formt, was wir werden sollen.
Freue dich – allezeit, auch in der Anfechtung
„Achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung geratet, da ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt“ (Jakobus 1,2–4). Das ist keine fromme Floskel, sondern eine bewusste Entscheidung: Wir dürfen unserer Seele befehlen, sich zu freuen – auch wenn objektiv gerade wenig Grund dazu besteht. Diese Freude ist kein Gefühl, das einfach kommt, sondern eine Haltung, die wir wählen. Und genau das standhafte Ausharren, das daraus entsteht, ist es, was uns am Ende vollständig und ohne Mangel macht.
Warte auf Gottes Zeit
König Saul hatte sieben Tage auf den Propheten Samuel gewartet. Als das Volk sich zu zerstreuen begann und die Geduld zu Ende ging, handelte er selbst – und brachte das Opfer, das ihm nicht zustand (1. Samuel 13,8–14). Die Konsequenz war schwerwiegend: Sein Königtum bekam keinen Bestand mehr. Die Lehre daraus ist nicht, dass Warten bequem ist. Sie ist, dass das, was Gott bestellt, er auch bezahlt – während das, was wir eigenmächtig in die Hand nehmen, wir auch selbst tragen müssen. Keine Antwort ist ebenfalls eine Antwort. Manchmal dauert sie Wochen, manchmal Monate. Das ändert nichts daran, dass Gott gut ist.
Ein ermutigendes Bild dafür liefert die Evangelistin Kathryn Kuhlman. Sie trat erst spät in den Dienst, für den sie bekannt wurde, und fragte den Herrn, warum er sie erst jetzt berufen habe. Die Antwort, die sie empfing, war schlicht: „Du warst vorher nicht bereit dafür.“ Was wie eine verzögerte oder verpasste Berufung aussah, war in Wahrheit die richtige Zeit – nur nicht die, die sie selbst gewählt hätte.
Vergleiche dich nicht
Eine Schildkröte, die sich mit einem Geparden vergleicht, wird sich immer langsam und unzulänglich fühlen. Dabei hat jedes Tier sein eigenes Tempo, seine eigene Nische – und kommt darin hervorragend zurecht. Bei uns Menschen ist das nicht anders, auch wenn soziale Medien uns ständig etwas anderes einreden wollen. Unterschiedliche Menschen tragen unterschiedliche Gaben, Segenslinien und Berufungen. Der einzige Vergleich, der wirklich lohnt, ist der mit Jesus Christus selbst – nicht, um zu verlieren, sondern um zu wachsen.
Bleib treu – auch im Dunkeln
Josef verlor nie seine Stellung im Herrn – weder im Haus Potifars noch im Gefängnis noch später im Palast. In jeder Situation blieb er in den Gaben, die Gott ihm gegeben hatte, treu. Genau diese Kontinuität wurde zu seinem Fundament. Am Ende stand er als zweiter Mann in Ägypten da und lehrte sogar Fürsten Weisheit (Psalm 105,18–22). Diese Weisheit kam nicht trotz der dunklen Kapitel seines Lebens, sondern durch sie hindurch. Die Anfechtung von heute ist, richtig positioniert, die Versorgung von morgen.
Glaube wächst im Dunkeln
Zwei Lebensgeschichten machen das greifbar: Georg Müller, der ohne eigenes Vermögen nach England auswanderte und dort im Glauben Waisenhäuser aufbaute, und Rees Howells, dessen Glaubensweg von Zeiten geprägt war, in denen er ganz auf Gottes Versorgung angewiesen war. Beide lernten nicht in bequemen Zeiten, im Glauben zu leben, sondern dort, wo nichts von selbst lief. Ein Glaube, der nur in guten Zeiten funktioniert, trägt uns nicht wirklich. Der Glaube, der in dunklen Momenten standhält und dranbleibt, hält am Ende auch uns.
Lerne loszulassen
Nicht jedes Gebet, um das wir ringen, wird sich erfüllen – manchmal, weil etwas nie für uns bestimmt war. In der Fahrschule für den Motorradführerschein lernt man einen Grundsatz, der sich verblüffend biblisch anfühlt: Wer bei einem Sturz an der Maschine festhält, verletzt sich meist schwerer. Wer loslässt, kann kontrolliert abbremsen, statt mitgerissen zu werden. Genauso gibt es Dinge in unserem Leben, die wir loslassen dürfen, sobald klar wird, dass sie nicht unser Weg sind. Das ist kein Scheitern, sondern Weisheit.
Alle Ehre gebührt Gott
„So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt“ (1. Korinther 3,7). Erfolg, Wachstum und Durchbruch sind am Ende Gnade, nicht nur eigene Leistung. Das nimmt uns nichts von unserer Verantwortung, zu handeln und treu zu sein. Aber es erinnert uns daran, wem die Ehre gebührt, wenn das Ergebnis da ist.
Positioniere dich im Fundament
Am Ende bleibt eine einfache, tragende Wahrheit: Jesus Christus ist die Position, aus der wir unsere Kraft schöpfen. Diese Position darf niemals erschüttert werden – ganz gleich, was wir gerade durchleben. Sie ist der Grund, warum wir motiviert bleiben, nach jedem Fehler wieder aufstehen und am Ende sagen können: Herr, alle Ehre gebührt dir.
Unser Gebet: Herr, positioniere jeden Bruder und jede Schwester genau an dem Ort, an dem du sie haben möchtest. Lass jeden Einzelnen deine Stimme hören und sie von allen anderen Stimmen unterscheiden können. Amen.
Sei dabei
Wir feiern sonntags um 11:00 Uhr Gottesdienst im Gebetshaus Frankfurt, Borsigallee 35, 60388 Frankfurt am Main. Du bist willkommen.
